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Digital HUB: „Brexit verstärkt bereits intensiven Boom der Frankfurter Rechenzentren“

Im Schatten der verlagerten Finanzwelt wächst die digitale Weltstadt Frankfurt unaufhörlich. „Ohne Rechenzentren kein neuer europäischer Mittelpunkt der Finanzbranche“, so Frank Zachmann, Vorsitzender des Vereins.

Der Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V. meldet ein erneut gesteigertes Wachstum der Digital-Branche in der Stadt Frankfurt am Main und der Region. Der Verein, der sich auf die Unterstützung der gesamten Digitalwirtschaft konzentriert, korrigiert Prognosen nach oben und meldet vor allem bei den Rechenzentren stärkeres Wachstum als noch vor zwei Jahren vorhergesagt.

Die Stadt am Main steuere bei den Rechenzentren auf 500.000 Quadratmeter an betriebener Fläche zu, und werde im Laufe des Jahres 2019 die Grenze zu 600.000 qm an betriebener Rechenzentrumsfläche überschreiten. Die jährlichen Investitionssummen in Rechenzentren in der Stadt korrigierte der Verein von 200 Millionen Euro pro Jahr im langjährigen Mittel auf aktuell mehr als 350 Millionen Euro pro Jahr.

Während sich das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Finanzbranche richte, entstehe in der Mainmetropole, die mit DE-CIX den nach Datendurchsatz in Spitzenzeiten größten Internet-Austauschknoten der Welt beherbergt, ein digitaler Standort mit zunehmender globaler Bedeutung. Dies betreffe vor allem die Rechenzentren in der Mainmetropole, aber zunehmend auch in der gesamten Rhein-Main-Region. „Wir registrieren zwar seit geraumer Zeit ein enormes Wachstum, begründet bekanntermaßen durch die Digitalisierung“, so Frank Zachmann, der Vorstandsvorsitzende des Vereins, „aber die jüngsten Daten übertreffen unsere Prognosen erneut.“ Zachmann, selbst IT-Unternehmer, wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main vor drei Jahren zum Business Botschafter der Stadt für den Sektor der Informationstechnologie ernannt. Er spürt diesen Anstieg im täglichen Geschäft. „Jeder, der in der Digitalwirtschaft
internationale Bedeutung hat, ist auf dem Weg nach Frankfurt.“

Der Brexit steuere seinen Teil dazu bei. „Wir sehen in der öffentlichen Wahrnehmung die Finanzbranche im Vordergrund. Genau diese Branche ist aber besonders angewiesen auf Informationstechnologie. Schon lange vor den Entscheidungen der Banken für einen Standort ist die Branche mit Kundschaftern unterwegs zu einer ins Auge gefassten Stadt.“ Keine Bank, so der Vorstand des Vereins, entscheide sich für einen Standort, wenn nicht gewährleistet sei, dass die IT- Abteilungen am Zielort die benötigten, teils gigantischen
Rechenzentrumskapazitäten vorfänden. „Ohne Rechenzentren kein neuer europäischer Mittelpunkt der Finanzbranche“, so Zachmann.

Die Zahlen des Internetknotens DE-CIX in Frankfurt belegen diese Aussagen. „Wir haben mittlerweile in Spitzenzeiten 5,8 Terabit pro Sekunde an Datendurchsatz überschritten“, so Harald A. Summa, Geschäftsführer der DE-CIX Management GmbH. Summa, auch Mitglied im Vorstand des Digital Hub Frankfurt RheinMain e.V., gehört mit seinem Unternehmen ebenfalls zum Verein, und ist in der Branche seit mehr als dreißig Jahren aktiv. „Dieser Daten-Transfer ist in seiner Größe schwer zu erfassen. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Würde diese Unmenge an Daten nicht in der jeder Sekunde, 24 Stunden am Tag und an jedem Tag im Jahr übertragen, fast alle Räder unserer modernen Wirtschaftssysteme, aber auch unsere Informations- und Entertain-Welt stünden still. Und das gilt was den DE-CIX anbelangt, nicht nur für Frankfurt oder Deutschland, sondern zunehmend global“, so Summa weiter, dessen Unternehmen mittlerweile von Dubai bis Dallas Internetknoten betreibt.

Von großer Bedeutung sei daher das Bewusstsein für die Bedeutung der Branche, so der Verein weiter. Rechenzentren seien sind nicht nur graue Kästen mit hohen Zäunen. „Sie stehen für das zentrale Nervensystem unserer Gesellschaft von morgen. Um ein Bild zu bemühen, das Flugzeug ist erst auf dem Weg zum Start, es ist erst unterwegs zur Rollbahn, und noch nicht einmal auf Startgeschwindigkeit“, so Zachmann abschließend.